Erfahrung und Kompetenz
in der häuslichen Pflege

Senioren-Tagestreffpunkt bekommt eigenen Kleinbus

Ab sofort kann der Senioren-Tagestreffpunkt (Senta) der Ökumenischen Sozialstation  Tagesgäste mit einem eigenen Kleinbus zu Hause abholen. Der Bus wird durch den Rotary-Club und  die evangelischen Krankenpflegevereine Oggersheim und   Süd/Mitte gesponsert. Die   Übergabe  ist am 13. Juli um 15 Uhr in der Weinbietstraße 34 (Mundenheim). Mit dem Bus  werden  Gäste  an der Wohnung  abgeholt, um den Tag   im Treffpunkt zu verbringen, wo sie entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert werden. So sollen soziale Kontakte entstehen, geistige und körperliche Anreize geboten und Angehörige entlastet werden. (Die Rheinpfalz)

Lange Gesichter beim Wetter

Mundenheim: Demente und nicht demente Senioren bekommen täglich die RHEINPFALZ vorgelesen


Von Olivia Kaiser


Seniorenrunde
Die Senioren, die einmal oder öfter pro Woche die Tagespflege Senta des ökumenischen Sozialdienstes in Mundenheim besuchen, kommen gern. Sie trinken Kaffee, singen oder sprechen über Neuigkeiten aus Ludwigshafen und den Stadtteilen. Denn täglich liest ein Mitarbeiter aus der RHEINPFALZ vor.Im Kreis sitzen die Senioren zusammen. Betreuungskraft Wolfgang Weißler schlägt die Zeitung auf: „Ah, hier ist was Interessantes. Also stellen Sie sich vor...“ Dann erzählt er den Senioren von einem Ladendieb in der Ludwigshafener Innenstadt, der mit seinem Diebesgut geflohen ist. „Die Verkäuferin und ein Passant haben ihn verfolgt, aber sie haben ihn leider nicht gekriegt“, sagt Weißler.Jeden Morgen lesen er oder einer seiner Kollegen der Tagespflege Senta der ökumenischen Sozialstation in Mundenheim den Senioren aus der RHEINPFALZ vor. „Wir schauen vorher die Zeitung durch und überlegen, was interessant ist“, sagt Pflegedienstleiterin Doris Gehlsen. Meistens werde allerdings eher erzählt, anstatt vorgelesen, so könnten die Senioren leichter folgen. Denn die Gruppe der Tagespflege besteht aus dementen und nicht dementen Teilnehmern. Zu lang dürfen die Artikel nicht sein – und auch nicht zu traurig: „Die Todesanzeigen lassen wir komplett weg“, sagt Doris Gehlsen.


Ein Dieb in der Fußgängerzone ist ja auch viel spannender, finden zumindest die Zuhörer: „Also so was“, sagt eine Frau kopfschüttelnd. Auch dass es ein Beschwerdemanagement in den Ludwigshafener Krankenhäusern gibt, nehmen die Senioren interessiert zu Kenntnis. „Natürlich können Sie sich nicht beschweren, wenn Sie krank sind. Aber wenn Ihnen das Essen nicht schmeckt, können Sie das dort anbringen“, erklärt Wolfgang Weißler. Als er dann vermeldet, dass es wieder regnen soll, gibt es lange Gesichter: „Das ist kein schöner Sommer dieses Jahr“, klagt ein Mann. „Aber am Wetter können wir nichts ändern.“


Danach gibt es ein bisschen Musik. Gehlsens Vater Helmut Ebert ist heute zu Besuch. Er sorgt regelmäßig ehrenamtlich für die musikalische Begleitung. Denn die Senioren singen gerne. „Manche wissen nicht mehr genau, wie sie heißen, aber bei einigen Liedern können sie alle Strophen auswendig“, sagt Gehlsen. Und wer Lust hat, darf tanzen. Da ist auch ein Rollstuhl kein Hindernis. „Durch die Gesellschaft blühen die Teilnehmer auf“, sagt Gehlsen. „Sie genießen die Abwechslung, vor allem wenn sie ansonsten allein sind.“


Wenn die Senioren morgens kommen, gibt es erst einmal ein gemeinsames Frühstück. Nach dem Lesen der Zeitung wird gesungen oder es werden leichte Bewegungsübungen gemacht. Jede Aktivität ist freiwillig. „Wer zum Beispiel keine Lust zum Singen hat, der muss auch nicht“, betont die Pflegedienstleiterin. Die Hauswirtschafterin bereitet derweil das Mittagessen vor und backt Kuchen für die Kaffeestunde. Dabei bekommt sie oft Hilfe aus der Gruppe. „Da wird dann Obst geschnitten oder Teig gerührt“, sagt Gehlsen.


Die meisten Senioren kommen an fünf Tagen die Woche. Es gibt aber auch Teilnehmer, die von Angehörigen betreut werden, und einmal die Woche an einem festen Tag die Tagespflege besuchen. Die Gruppe besteht aus Menschen, die an Demenz leiden oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind. „Alle sind integriert und unterstützen sich gegenseitig. Das ist schön zu sehen“, sagt Gehlsen. „Bei uns sind schon echte Freundschaften entstanden.“

aus "Die Rheinpfalz" - Mittwoch, den 10. Juli 2013

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